Am 1. Juni 2004 mieteten unsere Eltern eine Wohnung in sehr schöner Lage. Eigentlich sind es ja noch gar nicht unsere Eltern, hatten sie doch erst ein romantisches Rendevouz in der alten Eiche neben der Schule. Aber Mami merkte schnell, das dieses prickelnde Teteatete die Kräfte der Natur in ihr mobilisierte. Es wurde Zeit, eine passende Bleibe zu finden, diese Kindgerecht auszubauen.
Dazu war ihnen alles recht, was in den Schnabel passte. Es war eine sehr praktische Umgebung dafür, viel Strauch, lose Äste und wunderbar altes weiches Laub aus dem letztem Jahr. Bis zum 6.Juni hatten sie ein ganz passables Nest geschaffen.
Aber sie vergaßen Sturm und Wind, der hätte die Wohnung irgendwann umgekippt. Unser Glück ! sie hatten sich bei Tierlieben Menschen eingenistet. Diese kamen ihnen zur Hilfe, sie machten die Wohnung Sturmfest.
Nun denn, Zeit ins gemnachte Nest zu kommen, Einer nach der Anderen fielen wir aus Mami raus. "Huh ist das kalt hier " Aber Mami blieb die meiste Zeit bei uns (wir waren ja noch in den Eiern) und wärmte uns. Schon am 11. Juni erblickten die Ersten vier von uns das Licht der Welt, und am 12. Juni waren wir alle Fünf da !
Sehen konnten wir nicht und nackt waren wir auch, gefroren haben wir und wir hatten... Hunger...HUNGER....HUNGÄÄR.
Dazu war das Wetter nicht gerade freundlich, aber Mami blieb bei uns, Papi brachte ihr ganz viel Essen.
20. Juni, wir öffneten unsere Augen !
Wir haben jetzt auch schon richtigen Federflaum und dunkler wird dieser auch schon. Unser Appetit ist mindestens genauso groß wie unsere Schnäbel . Mami und Papi müssen uns schon um die Wette füttern. Wir wachsen..., und wir wachsen prima, bei der Fürsorge !
PIEP...PIOEP...PÖÜPPP...PIEP
22. Juni endlich können wir Mami und Papi auch Akustisch Dampf machen, klingt noch ein wenig schräg, aber wir alle fünf, da passt das schon.
Die Beiden haben alle Flügel voll zu tun uns einigermaßen Satt zu bekommen, sie fliegen im Minuten Takt, stopfen uns die Schnäbel.
Langsam wird es Eng in unserem Nest, zugegeben, es ist schön warm, so aneinandergekuschelt, aber eng ist es trotzdem und in den Schultern juckt es so komisch... ich möchte mich strecken und STRECKEN...
Langsam kann man doch auch schon erkennen was aus aus werden soll, oder ?
Zwölf Tage ! 24. Juni, ....es muß doch noch mehr geben? ....wo kommt das Futter her ? wo fliegen Mami und Papi eigentlich immer hin und dann diese vielen neuen Geräusche und Gerüche.
Wir rangeln und rackern, die mutigen von uns hüpfen schon auf den Rand unserer Behausung.
SCHÖÖÖÖN....so viele bunte Farben ! Rote und blaue Kleckse auf grünen Stengeln, ein ganz großer Vogel läuft da auf dem Boden rum, ganz braun ist er, ohne Flügel und ohne Schnabel (wie pickt er nur ?) ja und ganz ohne Federn ???
Da ist ja auch noch ein anderes Tier (auch ohne Schnabel !)... nee das Tier da mögen wir nicht!
Es hat so große hungrige Augen und leckt sich immer die Nase wenn es in unsere Richtung sieht. Aber im Gegensatz zu dem großen tolpatschigen braunen Vogel kann dieser hier in die Bäume klettern.
Aber beide sind nicht einmal halb so schnell wie Mami und Papi, wenn sie auf dem Rasen nach Würmern suchen. Apropos Würmer, Mami meint wir könnten jetzt auch mal selber los, wir seien groß genug uns unser Futter selber zu suchen.
Es ist der 26. Juni, die Menschen machen noch schnell ein Foto von uns. Um 12.30 ist der letzte von uns auf dem Weg in ein Eigenes aufregendes Leben.
Ich bleibe noch einen kleinen Moment im Busch sitzen und blicke auf unser Nest, meine Kinderstube, jetzt muß ich aber auch los.
Vielen Dank für das sichere Heim !